Herzinfarkt: In Brandenburg stirbt sich´s schneller

Obwohl die Sprecherin des brandenburgischen Gesundheitsministeriums bekannt gibt das sich seit dem Fall der Mauer viel in Puncto Verbesserung der Infrastruktur für von Herzinfarkt Betroffene getan hat und sich die Zahl der Herzkatheterplätze von 1 im Jahr 1991 auf nunmehr 26 erhöhte, versterben im Land Brandenburg immer noch 101 von 100.000 Patienten während es im benachbartem Berlin nur 56 von 100.000 sind.

Die Gründe

 

Die Gründe dafür sind nicht in der Fläche des Landes Brandenburg zu suchen obwohl die Bevölkerungsdichte mit 83 Bewohner pro Quadratkilometer Fläche wesentlich geringer ist als in Berlin wo 3.785 Menschen auf ebenso großer Fläche leben.

Es liegt auch nicht an der medizinischen Versorgung die sich ja nachweislich auf einem bisher nie dagewesenem Niveau bewegt und auch nicht an der Verfügbarkeit von Notärzten oder der Zeit die benötigt wird um beim Betroffenen einzutreffen.

Das Land Brandenburg verfügt mittlerweile über 2 Herzzentren in Cottbus und Bernau sowie 4 Rettungshubschrauber wobei ein fünfter für den Landkreis Uckermark geplant ist.

Als Gründe für die hohe Sterblichkeit der Brandenburger Bevölkerung wird deren Lebensweise angegeben welche geprägt ist von deren Mentalität.

Der Brandenburger raucht eben mehr als der Berliner, steht ihm im Alkoholgenuss in nichts nach, ißt gerne wesentlich fetter und bewegt sich weniger was in der Summe zu einem höheren Herzinfarkt Risiko führt.

Ein weiteres, nicht zu vernachlässigendes Problem zeigt sich in der Entscheidung einen Arzt zu kontaktieren bei der sich die Brandenburger wohl mehr Zeit nehmen als die Hauptstädter wobei es für manchen eben zu spät wird und an seinen nicht identifizierten Symptomen verstirbt bevor überhaupt auch nur ein Arzt die Gelegenheit hatte eine Diagnose zustellen.

Aus diesem Grund nochmals die möglichen Symptome eines Herzinfarktes zum nachlesen:

 Mögliche Infarktanzeichen bei Frauen

  • körperliche Schwäche mit oder ohne Ohnmacht
  • Oberbauchschmerzen
  • Übelkeit, oft mit Erbrechen
  • Atemnot und Schmerzen im Rücken
  • unerklärliche Müdigkeit
  • Beklemmungsgefühl
  • Kurzatmigkeit
  • ausgeprägtes Schwächegefühl
  • Kopfschmerzen
  • Schmerzen im Hals oder Nackenbereich
  • kalter Schweiß
  • Schlafstörungen
  • Verdauungsstörungen
  • Angstgefühle
  • Gefühl der Enge oder des Drucks in der Brust (selten)

Mögliche Infarktanzeichen bei Männern

  • furchtbare, anhaltende Schmerzen im Brustbereich (sogenannter Vernichtungsschmerz)
  • brennender Schmerz hinter dem Brustbein der oftmals in den linken Arm ausstrahlt
  • in den Rücken ausstrahlende Schmerzen
  • in Schulter, Arm (meist links bis in den kleinen Finger oder in die Ellenbeuge), Unterkiefer und/oder Oberbauch ausstrahlende Schmerzen
  • stärkere Schmerzen als bei Angina pectoris Beschwerden
  • Einnahme von Nitro-Spray bewirkt keine Besserung (wichtige Unterscheidung zum Angina pectoris-Anfall)
  • Unruhegefühl bis hin zur Todesangst
  • kalter Schweißausbruch und Blässe
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Atemnot

Ein Aussitzen der Beschwerden führt in den meisten Fällen nur zu einem eventuell verstecktem Herzinfarkt oder dem Auftreten schwerwiegender Komplikationen welche sich nur noch durch medizinisches Fachpersonal beherrschen lassen oder zum Tode führen können.

Aber auch die potenziellen Retter scheinen in Sachen Sofort Maßnahmen bei kardiologischen Notfällen Defizite aufzuweisen was sich eventuell auch in der hohen Sterblichkeit der Herzinfarkt Betroffenen im Land Brandenburg niederschlägt.

An Orten an den Menschen in großer Zahl aufeinander treffen wie zum Beispiel in Einkaufszentren oder Flughäfen wurden sogenannte AED´s (Automatisierte externe Defibrillatoren) installiert welche nicht in der erhofften Häufigkeit zum Einsatz kommen was zum großen Teil auf daran liegt das man über das Vorhandensein eines solchen AED nicht informiert oder im Umgang mit diesen Geräten nicht geübt ist.

Um einen AED zu lokalisieren gibt es eine kostenlose App für Android Handy´s die es einem erleichtern soll den Standort dieser lebensrettenden Geräte zu orten.

1 Minute die Leben retten kann

 

Das Land Brandenburg verfügt über 5 Regionalleitstellen in denen Notrufe der Brandenburger Bevölkerung eingehen.

Von den rund 103.000 Notrufen die in der Regionalleitstelle Nordwest in Potsdam pro Jahr eingehen ziehen rund 70.000 einen Einsatz nach sich von denen rund 18.000 das Havelland betreffen. Der in der Leitstelle sitzende Disponent benötigt gerade einmal 1 Minute Zeit um zu entscheiden ob und welches Team von ihm zum Einsatz geschickt wird.

Wichtig dabei ist das die dem Disponenten gemachten Angaben so präzise wie möglich sind.

Fazit:

 

Scheinbar haben die Brandenburger noch viel Arbeit vor sich wenn es darum geht den vorletzten Platz im Herzinfarkt-Sterberaten-Ranking weit hinter sich zu lassen.

Neben den Dingen die jeder einzelne für seine Herzgesundheit in Angriff nehmen kann müssen die auftretenden Symptome ernster genommen werden. Ein Aussitzen kann zum Tode führen weshalb lieber einmal mehr den Notarzt rufen als einmal zu wenig.

Beim Ausbau der AED Standorte liegt die Stadt Brandenburg ganz weit vorne während in anderen Regionen des Landes Brandenburg weiße Flecken die AED Standort Karte zieren.

 

photo credit: TK_Presse via photopin cc

Author: admin

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