Herzinfarkt: Sport nach dem Infarkt

Das Wandern ist des Müller´s Lust, des einen Freud des anderen Frust.

Wer sich nach überstandenem Herzinfarkt mit der Umstellung seiner Ernährungs- und Lebensgewohnheiten auseinander setzt wird an der Frage nach der für ihn geeigneten sportlichen Aktivität nicht vorbei kommen.

Jetzt bloß keinen falschen Ehrgeiz entwickeln um den Versuch zu starten in der Vergangenheit versäumtes nachholen zu wollen. In der sich dem Klinikaufenthalt anschließenden AHB gehörte Sport zur Tagesstruktur und nun gilt es dieses in den wieder eingekehrten Alltag zu integrieren.

Auf Grund dessen das sich die Behandlungsmethoden eines Herzinfarktes in den vergangenen Jahren verändert haben und heute invasiv mit Herzkatheter und Stentanlagen versorgt werden ist es dem Betroffenen möglich schon nach einer Woche mit einem auf seine Belastbarkeit angepasstem Sportprogramm zu beginnen.

Dies zielt in erster Linie darauf ab die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern was bei Menschen die vor dem Herzinfarkt nur wenig oder gar keinen Sport betrieben haben die größten Effekte erzielt.

Des weiteren wird mit der nun begonnenden sportlichen Aktivität die Herz-Kreislauftätigkeit ökonomisiert was dazu führt das bei körperlicher Belastung die Herzfrequenz nicht in dem Maße steigt wie es vor dem Herzinfarkt die Regel war.

Regelmäßig betriebene sportliche Aktivität nach dem Herzinfarkt lässt auch die Gefahren eines Re-Infarktes oder eines Schlaganfalles sinken wenn zugleich die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten umgestellt werden und auf schädigende Einflüsse wie sie zum Beispiel durch das Rauchen oder durch Alkoholgenuss auftreten minimiert oder gar gänzlich aufgegeben werden.

Auch psychosoziale Effekte bleiben nicht aus insofern der Betroffene seine eigene Leistungssteigerung als positiven Effekt wahrnimmt und somit depressiven Verstimmungen entgegen wirkt und das Selbstvertrauen steigert.

„Welche Sportart nach Herzinfarkt“

In erster Linie hängt es von Art und Ausprägung des zu Grunde liegenden  Krankheitsbildes ab wie sich die sportliche Betätigung gestaltet. In der Regel wird mit der Steigerung der Leistungsfähigkeit und Ausdauer auf dem Ergometer begonnen und ein parallel dazu einsetzendes krankengymnastisches Programm angeboten welches auf die Förderung der Beweglichkeit setzt.

Im Anschluß an die AHB/Reha und der dann folgenden IRENA Programme stellt sich die Frage nach der Integration von Sport in den nun wieder das Leben prägenden Alltags.

Welche Sportart eignet sich für einen vom Herzinfarkt betroffenen?

Von Ballsportarten wie Fußball, Handball oder Volleyball wird abgeraten da diese zu kurzfristigen Leistungsspitzen führen aus denen eine Überlastung des eh schon angeschlagenen Herzens resultieren kann.

Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern oder Nordic Walking lassen sich problemlos bei niedriger Intensität und Herz schonend durchführen.

Am Anfang ist es wichtig die Ausdauer zu trainieren wozu sich die genannten Sportarten in hervorragender Weise anbieten.

Beim Schwimmen sollte darauf geachtet werden nicht gleich Kopf über in die Fluten zu stürzen sondern sich langsam an die Wassertemperatur zu gewöhnen. Der im Schwimmbad oder am See herrschende Unterschied zwischen Umgebungs- und Wassertemperatur kann bei einem zu plötzlichem Wechsel zu einer Engstellung der Gefäße führen was unter Umständen einen Angina pectoris Anfall oder sogar einen Herzinfarkt  begünstigen kann.

Es ruhig angehen lassen, besonders dann wenn man in den letzten Jahren eher Sport geschaut als Sport betrieben hat. Wenn jedoch der Grundstein in der AHB / Reha gelegt wurde und man sich anschließend auch durch die 24 IRENA Termine gekämpft hat dann sollte man sich mindestens 3 x pro Woche auf dem Fahrrad oder zu Fuß aufmachen und sich in seiner Gemeinde sehen lassen.

Mag Fitness-Studios ein mitunter schlechter Ruf voraus eilen, für knapp 20 Euro monatlichen Beitrag findet man dort zumindest regelmäßig gewartete und moderne Geräte vor und erhält eine Einweisung durch einen Trainer.

20 Minuten auf dem Ergometer mit anschließendem leichten Gerätetraining für eine halbe Stunde und abschließend noch für 20 Minuten auf das Laufband oder den Stepper sind für den Anfang ein Pensum welches man bewältigen kann.

Und immer dran denken: Keinen falschen Ehrgeiz entwickeln.

Der Buchtipp zum Thema:


Author: admin

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